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Kapok als Hilfe?



Kapok-Frucht
Die Kapokfasern stammen aus den Fruchtkapseln des Kapokbaumes, der wild-wachsend in den tropischen Regionen Asiens vorkommt und weder gedüngt noch gespritzt wird.
Die Kapokfaser wird nach ihrer Ernte auch nicht weiter behandelt, d.h. sie erfährt keine Wäsche und keinerlei unnötige "Veredelung".
Sie wird somit völlig naturbelassen in die Steppwaren und Matratzen eingebracht.

Temperaturausgleichend und feuchtigkeitsregulierend

Die Kapokfaser ist eine seidig-glatte Hohlfaser und hat eine natürliche Wachsbeschichtung. So ergeben sich viele mechanische, wie thermische Vorzüge:
  • Kapok ist sehr leicht, elastisch und deshalb langlebig.
  • Die Lufteinschlüsse der Hohlfaser wirken isolierend und wärmeregulierend. Kapok wirkt gut wärmend im Winter und luftig leicht im Sommer.
  • Die glatte Oberfläche verhindert Klumpen und Filzen.
  • Kapok ist atmungsaktiv. Die natürliche Wachsbeschichtung sorgt dafür, dass Feuchtigkeit rasch abgeleitet, aber nicht aufgesaugt und zurückgehalten wird.
  • Kapok ist selbstreinigend und regeneriert sich in der Sonne.
  • Kapokprodukte können in der Waschmaschine bis 60° gewaschen werden.

Ideal für Allergiker?

Hier die immer wieder gleichlautende Werbeaussage von fast allen Kapok-Anbietern:
"Kapok ist das ideale Material für Allergiker, denn Kapok riecht nicht und der Gehalt eines natürlichen Bitterstoffes hält Motten und Milben fern..."

Ist Kapok milbensicher?

Mit der Aussage "milbensicher" und "allergiker-geeignet" gibt es eine Menge an Anbietern von Kapokprodukten und Kapokmatratzen auf dem Markt.

Stimmt diese Aussage überhaupt?
Welche konkreten Nachweise gibt es für diese Behauptungen?

  • Deutschlands größter Kapokfaser-Importeur kann bis heute keinen einzigen wissenschaftlichen Nachweis für die "anti-allergische" bzw. "anti-bakterielle" Wirksamkeit erbringen.
  • In praktisch allen Schriften und Katalogen der Universitäts-Bibliotheken gibt es keine einzige Textstelle, die auf die anti-allergischen Fähigkeit von Kapok hinweist.
  • Bei allen namhaften chemischen Prüflabors Deutschlands ist es nicht bekannt, dass Kapok als die Wunderwaffe gegen Milben gelten soll.
    Untersuchungen diesbezüglich wurden noch nie vorgenommen.
  • Egal wie viel Zeit man für Internet-Recherchen zur Verfügung stellt, hier findet man lediglich jede Menge Anbieter von Kapok-Produkten, die wiederum von anderen Anbietern nahezu den gleichen "Anti-Milben-Text" abgeschrieben haben.
  • Wenn man zu vorhandenen Untersuchungs-Berichten über Kapok fündig wird (z.B. in englischen oder amerikanischen Suchmaschinen), dann erhält man in erster Linie Informationen zu bekannten Publikationen, die vor dem Irrglauben warnen, dass Kapok Milben fern hält.
  • Lediglich in verschiedenen "Brockhaus"-Ausgaben wird davon geschrieben, dass Kapok ein Polstermaterial ist, dass von Ungeziefer gemieden wird. Der Begriff "motten- und milbensicher" wird zukünftig auch dort, laut einem Schreiben des Lexikon-Informationsdienstes vom 08.08.2005, nicht mehr verwendet werden!
  • Gerne informieren wir Sie zu einem Gerichtsurteil vom 17.12.2007.

Fazit:

  • Wenn Sie Milben- oder Hausstaub-Allergiker sind, sollten Sie auf Kapok-Matratzen und Kapok-Bettdecken eigentlich verzichten.
  • Es gibt bis heute keinen einzigen Nachweis, der seriös geführt wurde.
  • Selbst für den Fall, dass Kapok einen Bitterstoff enthält, der Milben abhalten könnte, heißt dieses noch lange nicht, dass sich nicht Milben zwischen den Kapokfasern aufhalten, um sich von den angeschimmelten Hautschuppen zu ernähren.
  • Wie auch alle Krankenkassen und Allergiker-Verbände empfehlen wir Ihnen bei Allergien:
    Waschen, waschen und nochmals waschen - nur so entfernen Sie die Milben aus Ihrem Bett!